Wie geht das?

Hier eine Sammung von Anleitungen und HowTo-Weblinks

Es gibt eine Menge guter Anleitungen, Beispiele und Hinweise rund um QGIS, sei es zur Anwendung, Programmierung oder zur Projektorganisation.

Diskussionslisten

Mailinglisten

Eine sog. Mailingliste (engl. mailing list) bietet einer geschlossenen Gruppe von Menschen die Möglichkeit zum Nachrichtenaustausch in Briefform, also eine Vernetzung mit elektronischen Mitteln. Die Mailingliste ist eine Liste von E-Mail-Adressen, die selbst eine E-Mail-Adresse hat. Auf diese Weise kann jedes Mitglied der Mailingliste allen anderen Mitgliedern eine Nachricht zukommen lassen, ohne deren E-Mail-Adressen zu kennen.1)

Wer mit der QGIS Projektgemeinschaft oder auch der Anwedergruppe Deutschland in Kontakt treten und interagieren möchte, sollte die entsprechenden Mailinglisten abonnieren und sich dort beteiligen. Es gibt allgemeine Diskussionslisten in deutscher und englischer Sprache (s.u.), die erster Kontaktpunkt für alle Leute sind, die Intersse an QGIS haben.
Wenn Du zu QGIS Fragen stellen, Ideen teilen, Vorschläge unterbreiten oder Bedenken äußern möchtest, sind dies die richtigen Anlaufstellen!

Nutzung von Mailiglisten

  • Nur Abonenten einer Mailingliste können sich an den Diskussionen beteiligen. Für das Abonnement ist auf einer entsprechenden Webseite die eigene Email-Adresse zu registrieren:
    • FOSSGIS-Talk-ListeDas ist die deutschsprachige, offene Email-Liste des FOSSGIS e.V. für Diskussionen über offene Geodaten und Open Source Geo-Software — und das ist vielfach QGIS.
    • QGIS User Discussion List„This list provides for discussion on QGIS, including building, using, and troubleshooting.“ — Hier diskutiert die internationale QGIS Community in englischer Sprache.
    • QGIS-DE e.V.Auch wir, die QGIS Anwendergruppe Deutschland e.V. (QGIS-DE e.V.), verfügen über eine offene Liste für die Kommunikation der Vereinsmitglieder untereinander, z.B. über gemeinsame Projekte, Diskussion über Förderanträge etc. Bitte schicken Sie an diese Liste keine Fragen zur Nutzung von QGIS oder Problemen mit der Software! Dafür sind die beiden anderen Listen da, über die Sie auch mehr Leute erreichen.
  • Abonnenten können sich an Diskussionen beteiligen, in dem sie einfach eine Email an die betreffende Liste versenden:
  • Neue Kommentare und Fragen werden jeweils von allen Abonnenten/Mitgliedern einer Liste empfangen.
  • Alle Diskussionsinhalte werden automatisch in einem Archiv gesammelt, wo sie jeder Zeit und ohne Subskription offen zugänglich sind.
  • Durchsuchbare Mailinglisten: Nabble (http://nabble.com) hält Protokolle von vielen Mailinglisten vor,
  • Bitte durchsuche vor dem abschicken einer Frage das Archiv, ob sich darin nicht vielleicht schon eine passende Antwort findet.
    (Nicht nur) Für Neulinge ist dies oft eine wertvolle Quelle, doch sollte man nicht zögern Fragen zu stellen, wenn man keine befriedigenden Antworten im Archiv findet.

Zentrale Netzwerk-Installation für Windows

Häufige Release-Wechsel von QGIS lassen vor allem in größeren Organisationen mit zahlreichen QGIS-Installationen schnell den Ruf nach einer zentralen Netzwerk-Installation aufkommen, die eine Auslieferung der Software auf Windows-Clients ermöglicht. QGIS bietet diese Option von Haus aus nicht. Es gibt aber die Möglichkeit, auf einem Windows-PC eine Standardinstallation von QGIS-Desktop vorzunehmen und den Installationsordner zentral im Netzwerk abzulegen. Mit einigen wenigen Anpassungen kann man von da aus

  1. den Installationsordner entweder schlicht auf einen Client-PC kopieren
  2. oder QGIS gar über eine Desktop-Verknüpfung direkt von diesem Ort aus starten.

Die Variante 1 funktioniert aus eigener Erfahrung des Autors erstaunlich gut und zuverlässig. Persönliche Einstellungen der Oberfläche (Werkzeugkästen, Übersicht der kürzlich verwendeten Projekte etc.) bleiben nach dem ersten Start von QGIS erhalten.
Dreh- und Angelpunkt einer zentralen Installation sind die QGIS-Startparameter „configpath“ und „optionpath“. Bei einer Standardinstallation legt QGIS beim ersten Start den Ordner „.qgis2“ unter „C:\Users\<Name des Benutzers>“ an. Weitere Einstellungen werden in der Registry unter „HKEY_CURRENT_USER\Software\QGIS2“ abgelegt.2) Hier werden die persönlichen Einstellungen des jeweiligen Anwenders abgelegt. Mit dem Startparameter „configpath“ kann man nun das Verzeichnis für den .qis2-Ordner neu festlegen, mit dem Parameter „optionpath“ definiert man das Verzeichnis zum Speichern einer ini-Datei, in der fortan die Registry-Einträge abgelegt werden.
Die nachfolgenden Ausführungen basieren im wesentlichen auf den Artikeln von Bo Victor Thomsen, Kommune Frederikssund, Dänemark:

Die Variante 2 wurde vom Autor noch nicht getestet. Im Folgenden wird daher die Variante 1 einer zentralen Netzwerk-Installation für die QGIS LTR-Version beispielhaft genauer beschrieben. Die Einrichtung gliedert sich in zwei Aufgabenbereiche. Zunächst muss eine herkömmliche QGIS-Installation durchgeführt werden, die im Anschluss angepasst und schließlich auf ein Netzlaufwerk kopiert wird. Im zweiten Schritt muss diese Kopie auf die Clients kopiert werden. Dort sind ebenfalls einige begleitende Maßnahmen vorzunehmen.

Netzwerk-Installationsvorlage erstellen

  1. Auf einem beliebigen Windows-PC wird die aktuelle QGIS LTR-Version über die Setup-Datei in herkömmlicher Weise installiert. 3) Als Installationsverzeichnis wird „C:\Program Files\qgis-ltr“ vorgegeben.
    Erläuterung: Bei einer Standard-Installation gibt die Setup-Routine von QGIS Verzeichnisnamen der Art „…\QGIS Las“, „…\QGIS 2.14“ vor. Die Bezeichnungen beziehen sich auf ein konkretes Major-Release und führen bei künftigen Updates zu Verwirrungen, so dass eine „Verallgemeinerung“ des Verzeichnisnamens für den QGIS-Installationsordner sinnvoll erscheint.
  2. Mit dem ersten Start der Anwendung werden im User-Verzeichnis des Anwenders der Ordner „C:\Users\<Name des Anwenders>\.qgis2“ sowie ein Registry-Eintrag unter „HKEY_CURRENT_USER\Software\QGIS“ angelegt. Letzterer enthält wesentliche Einstellungen zum Aussehen, zu den Datenbank-Verbindungen, Projektvorlagen, Maßstabslisten etc. pp. von QGIS.
  3. Nach dem ersten Start von QGIS schließt man das Programm direkt wieder und erstellt im Installationsverzeichnis den Unterordner „qgisini“.
  4. In diesen Ordner verschiebt man das o.g. Verzeichnis „C:\Users\<Name des Anwenders>\.qgis2“ und benennt ihn z.B. nach „config“ um.
  5. Im Verzeichnis „qgisini“ erstellt man einen zweiten Ordner namens „options“.
  6. Nun bedient man sich der oben erwähnten Startparameter „configpath“ und „optionspath“ und muss dazu die Batch-Datei zum Starten von QGIS folgendermaßen anpassen („C:\Program Files\qgis-ltr\bin\qgis-ltr.bat“):
    ...
    
    REM Überprüfung, ob der qgisini-ltr-Ordner im Benutzer-Verzeichnis existiert, ggf. Kopie erstellen
    if not exist "%APPDATA%"\qgisini-ltr xcopy "%OSGEO4W_ROOT%"\qgisini "%APPDATA%"\qgisini-ltr /e /i >nul
    REM start "QGIS" /B "%OSGEO4W_ROOT%"\bin\qgis-ltr-bin.exe %*
    start "QGIS" /B "%OSGEO4W_ROOT%"\bin\qgis-ltr-bin.exe --configpath "%APPDATA%"\qgisini-ltr\config --optionspath "%APPDATA%"\qgisini-ltr\options %*
  7. Anschließend QGIS starten. Dabei wird im %APPDATA%-Verzeichnis des Anwenders der Ordner „qgisini-ltr“ mit den Unterordnern „config“ und „options“ angelegt. Letzterer enthält eine „QGIS/QGIS2.ini“-Datei, die die Angaben enthält, die normalerweise in der Registry abgespeichert werden.
  8. Danach nimmt man die gewünschten Einstellungen vor, beispielsweise:
    1. ggf. Aktualisierung der vorhandenen Erweiterungen, Einbinden eines Erweiterungsrepositoriums im lokalen Netzwerk
    2. Installation und Aktivierung der gewünschten Erweiterungen (z.B. DB Manager, GdalTools, GDAL-Georeferenzierung, Processing, Instant Print, QuickMapServices etc.)
    3. Anpassung der Bedienfelder und Werkzeugkästen
      Hinweis: An dieser Stelle hat man die Möglichkeit, das Erscheinungsbild der QGIS-Oberfläche zu beeinflussen. So kann man die Oberfläche nach Bedarf deutlich verschlanken, in dem man einige Werkzeugkästen ausblendet, Funktionen deaktiviert etc. pp.
    4. „Einstellungen → Optionen“ anpassen, beispielsweise:
      • „Allgemein“ → zentrales „Vorlagenverzeichnis“ einstellen, Option „QGIS-Version beim Start überprüfen“ deaktivieren
      • „System“ → „SVG-Pfade“: zentrales Netzwerkverzeichnis hinzufügen
      • „Datenquellen“ → Unter „Datenquellenbehandlung“ die Option „Shapedatei-Kodierungsangabe ignorieren“ deaktivieren (Häkchen entfernen). Dadurch wird beim Laden einer Shape-Datei die cpg-Datei berücksichtigt und die Umlaute korrekt dargestellt.
      • „Kartenwerkzeuge“ → „Vordefinierte Maßstäbe“ → Liste löschen und über „Aus Datei importieren“ eine zentral abgelegte XML-Datei „Maßstäbe.xml“ neu einlesen
      • „Zusammenstellung“ → Vorgabeschriftart auf die gewünschte Schriftart einstellen, zentrales Netzwerkverzeichnis für Druckvorlagen vorgeben
      • „KBS“ → ggf. Vorgabe für „Projekte immer mit diesem KBS beginnen“ einstellen, ggf. für neue Layer Vorgabe „Voreingestelltes KBS verwenden“ einstellen
      • „Netzwerk“: „Proxy für Webzugriff benutzen → DefaultProxy“ einstellen4)
  9. ggf. muss in den Projekteigenschaften unter „Allgemein → Koordinatenanzeige → Koordinatenanzeige in“ die Option „Karteneinheiten (Meter)“ eingestellt werden. In älteren Projekten kann dort noch „Dezimal Grad“ stehen.
  10. QGIS schließen und Unterverzeichnisse im %APPDATA%-Verzeichnis in das Installationsverzeichnis nach „C:\Program Files\qgis-ltr\qgisiniverschieben.
  11. %APPDATA%-Verzeichnis löschen und QGIS erneut starten. Dabei wird der zuvor gelöschte Ordner neu angelegt. Überprüfen, ob die gewünschten Einstellungen übernommen wurden. Ggfs Korrekturen vornehmen und den Vorgang wiederholen
  12. Vor dem nächsten Schritt ist zu kontrollieren, ob im Verzeichnis „%OSGEO4W_ROOT%„\apps\qgis-ltr\icons die Icons für QGIS-Dateien vorhanden sind (Projektdatei, Druckvorlage, Layerdatei, Stildatei), damit später auf den Client-PC's die Verknüpfungen zu den Dateitypen angelegt werden können.
  13. Bei erfolgreicher Überprüfung muss der komplette Installationsordner “C:\Program Files\qgis-ltr“ auf ein Netzlaufwerk kopiert werden. Anschließend kann man mit der Clientinstallation fortfahren (vgl. unten).
  14. Sind nach einer Aktualisierung der QGIS-Version Ergänzungen oder Änderungen an den Voreinstellungen erforderlich (z.B. ein neues Erweiterungsrepository, weitere / andere Plugins beim Start einbinden etc. pp.), müssen einige der o.g. Arbeitsschritte wiederholt werden:
    • Das Verzeichnis „C:\%userprofile%\AppData\Roaming\qgisini-ltr“ löschen oder umbenennen.5)
    • QGIS starten.6)
    • Erforderliche Änderungen / Ergänzungen vornehmen.
    • Das gesamte Verzeichnis „C:\%userprofile%\AppData\Roaming\qgisini-ltr“ nach „%OSGEO4W_ROOT%„\qgisini kopieren.7)
    • Danach stehen die Änderungen zur Verfügung.
    • Zur Kontrolle erneut das Verzeichnis “C:\%userprofile%\AppData\Roaming\qgisini-ltr“ löschen.
    • Beim anschließenden Neustart von QGIS wird es wieder erstellt und man kann überprüfen, ob die Änderungen zur Verfügung stehen.
    • Den unter [13] genannten Installationsordner aktualisieren

QGIS-Installation auf dem Client

In komplexen Umgebungen wird man QGIS über ein entsprechendes Softwareverteilungs-Tool „ausrollen“ wollen (z.B. Microsoft SCCM, Matrix 42 Empirum etc.). Hierzu muss man die nachfolgenden Arbeitsschritte in der entsprechenden Management Konsole einarbeiten und ggf. anpassen. Für kleinere Umgebungen reicht es aus, dass der Administrator QGIS „von Hand“ ausrollt:

  1. Überprüfen, ob die benötigten Microsoft-Runtime auf dem Client-PC installiert sind: je nach QGIS-Version werden Microsoft Visual C++ 2008 Redistributable, Microsoft Visual C++ 2010 Redistributable, Microsoft Visual C++ 2012 Redistributable, Microsoft Visual C++ 2013 Redistributable oder Microsoft Visual C++ 2015 Redistributable benötigt.
    Die für QGIS benötigten aktuellen Runtimes kann man auf dieser OSGeo4W-Seite herunterladen.
    Hinweis: Sollten die Runtimes nicht vorhanden sein, bricht QGIS den Start mit einer entsprechenden Fehlermeldung ab. In diesem Fall müssen die erforderlichen Runtimes nachinstalliert werden!
  2. Komplettes Installationsverzeichnis vom Netzlaufwerk nach „C:\Program Files\qgis-ltr“ kopieren
  3. Verknüpfung zur Batchdatei „C:\Program Files\qgis-ltr\bin\qgis-ltr.bat“ zum Starten von QGIS auf dem Desktop ablegen und mit dem QGIS-Icon versehen („C:\Program Files\qgis-ltr\icons\QGIS.ico“). Verknüpfung anpassen:
    "C:\Program Files\qgis-ltr\bin\nircmd.exe" exec hide "C:\Program Files\qgis-ltr\bin\qgis-ltr.bat"

    Dadurch verhindert man, dass beim Starten der Anwendung kurzzeitig eine DOS-Box „aufflackert“.

  4. QGIS-Dateien für Projekte, Layer, Stile und Druckvorlagen mit QGIS-Anwendung verknüpfen.
    Hinweis: Hierbei helfen die beiden DOS-Kommandos „assoc“ und „ftype“. Mit Ihnen kann man Dateiverknüpfungen erstellen, ändern und sich anzeigen lassen. Ein „assoc“ auf die QGIS-Dateiendungen ergibt z.B.:
    .qgs=QGIS Project
    .qlr=QGIS Layer Definition
    .qml=QGIS Layer Settings
    .qpt=QGIS Composer Template

    Mit „ftype“ kann man das Standardprogramm zum Öffnen der QGIS Projekte festlegen:

    ftype QGIS Project="C:\Program Files\qgis-ltr\bin\qgis-ltr.bat" "%1"

    Mit diesen Informationen lässt sich eine Batch-Datei zusammenstellen, die die benötigten Verknüpfungen auf dem Client nachbaut.

  5. QGIS starten und Einstellungen / Funktionsfähigkeit prüfen
  • OSGEO4W-Installer
  • mehrere Versionen nebeneinander (LTR, dev)
  • –optionspath etc.
  • Testen
  • Fehler melden
2)
Für die kommende Version QGIS 3 heißen die Pfade / Einträge dann „.qgis3“ bzw. „HKEY_CURRENT_USER\Software\QGIS3
3)
Es wird davon ausgegangen, dass nur noch 64bit-Versionen zum Einsatz kommen. Andernfalls muss man zwischen 32bit- und 64bit-Versionen und z.B. bei Verzeichnisnamen ein „.32bit“ bzw. „.64bit“ anhängen.
4)
Unter Windows werden in diesem Fall die Einstellungen verwendet, die unter „Systemsteuerung → Internetoptionen → Reiter 'Verbindungen' → Schaltfläche 'LAN-Einstellungen' → Proxy-Server“ vorgenommen wurden
5)
Gegebenenfalls muss man vorher die laufende QGIS-Anwendung schließen.
6)
Das soeben gelöschte Verzeichnis wird neu erstellt
7)
Bei Bedarf kann man das alte Verzeichnis vorher umbenennen!